Staniek feiert fast einen Einstand nach Maß bei Zell

Bullay. Es hätte ein Einstand nach Maß werden können, wurde es aber nicht. Beim ersten Heimspiel in der noch jungen Saison in der Fußball-Bezirksliga Mitte kam die SG Zell/Bullay/Alf auf dem engen und holprigen Bullayer Rasen gegen die SG Lüxem/Wittlich über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden nicht heraus. Und das Tor zur zwischenzeitliche 1:0-Führung für die Gastgeber machte der erst vor der Partie verpflichtete polnische Ex-Profi Marcin Staniek mit dem Kopf (52.). Sascha Fuhr war es, der den Moselanern mit dem 1:1-Ausgleich aber einen Strich durch die Rechnung machte (66.) und so entscheidend zu einer gerechte Punkteteilung in einer eher mäßigen Partie beitrug.

Erst am Freitagabend waren die Formalitäten für den Einsatz des 35-jährigen Staniek, der auf mehr als 100 Einsätze in der ersten polnischen Liga zurückblicken kann und in Traben-Trarbach wohnt, in trockene Tücher gebracht worden. Trainer Özgür Akin war von den Fähigkeiten des Innverteidigers bereits nach nur wenigen Trainingsminuten so überzeugt, dass er ihn gleich von Beginn an neben Dominik Binz in der Innenverteidigung aufbot. Und vorweg gesagt: Neben seinem Tor machte er auch hier seine Sache gut. Allerdings brachte er nach dem Abpfiff dank eines Übersetzers sogleich einige kritische Anmerkungen zum sehr holprigen Spiel seiner Mannschaft an. „Aus meinen Einsätzen in Polen kenne ich diesen kampfbetonten Einsatz, durch den kein ordentliches Spiel zustande kommt, nicht. Hier brauche ich ganz bestimmt noch einige Eingewöhnungszeit. Mein Tor fiel doch durch den ersten richtigen Ball in den Strafraum. So muss das sein“, gab er zu Protokoll.

In der Tat sahen die Zuschauer vor allem in der ersten Hälfte ein Spiel, in dem die Heimelf nach vorne absolut harmlos agierte. Von Anton Mernica und Matthias Kodra ging nie wirkliche Torgefahr aus. Und von Fabian Köhler in der Spitze war auch nichts zu sehen. Zudem schlug Jochen Köhler viele Freistöße viel zu sanft und harmlos in den gegnerischen Strafraum. Lüxem wirkte aggressiver und mit mehr Mut nach vorne und hatte mit einem Ball von Sascha Fuhr an die Latte auch die beste Chance (18.). Es ging folglich torlos in die Kabinen.

Nach der Pause spielte Dini Hajdari für Kodra und das tat dem Zeller Spiel gut. Das Tor fiel aber aus einer Standardsituation. Nils Kiesewetter hatte sich den Ball zum Freistoß zurechtgelegt und endlich fand die Kugel den richtigen Weg und Kopf. Staniek stand goldrichtig, die Mosel-SG lag mit 1:0 vorne. Anschließend folgte – angetrieben von Hajdari – die beste Zeller Phase, die Abschlüsse waren dennoch meist unüberlegt. Unüberlegt war dann auch das, was Binz machte. Er trat über den Ball und Fuhr hatte freie Bahn zum 1:1-Endstand. Und hätte Heimkeeper Dominic Materna bei einem Ball von Daniel Scheibe nicht glänzend reagiert, die Heimpremiere von Zell und das Debüt von Staniek wäre gänzlich in die Hose gegangen. In der Schlussphase waren es dann nach Ecken Kopfbälle von Fabian Köhler (88.) und Hajdari (90.+4), die noch zu drei Punkten, wenn auch nicht verdient, für Zell hätten führen können.

Gästetrainer Andreas Scheibe kritisiert gerade für diese Szenen seine Elf: „Wir wissen doch, dass Zell in solchen Situationen immer gefährlich ist. Und mit Staniek haben sie da nochmals zugelegt. Insgesamt bin ich aber mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte er. Sein Gegenüber Akin konnte oder musste mit dem Punkt leben, auch wenn ihm der Auftritt seiner Spieler im Magen lag. „Gegen diesen robusten Gegner kam nie ein Spiel rum. Mit Mernica und Kodra, die kaum Spielpraxis haben, bin ich ein Risiko eingegangen. Aber vom Spielerischen her war das zu wenig, auch wenn sie gut gekämpft haben. Man hat doch gemerkt, dass Markus Boos fehlte“, so Akin. Der Torjäger weilt im Urlaub. Akin hatte aber noch eine gute Nachricht für den erfahrenen Ex-Profi aus Polen parat. „Auf dem Bullayer Rasen kommt nie ein Spiel zustande. Zudem hat Marcin bestimmt noch nie auf so einem engen Platz gespielt. Er wird aber sehen, dass das auf dem Kunstrasen Zell bestimmt viel besser laufen wird.“

Besser im Mannschaftsgefüge laufen, soll es auch bei Staniek selbst, sagt er zumindest: „Ich spreche kein deutsch, dann ist es immer schwer, in ein Team reinzukommen. Aber wenn die Sprache besser wird, dann wird man das auch im Spiel sehen.“ Also keine schlechten Aussichten für Zell für den Fortgang der Saison.

 

Quelle:Rhein-Zeitung