Markus Boos erledigt Thomm/Osburg im Alleingang

Zell. Markus Boos heißt der Mann des Tages beider SG Zell/Bullay/Alf. Der Stürmer traf dreimal beim 3:2 (2:0)-Heimsieg der Moselaner in der Fußball-Bezirksliga West. Damit hat die SG ihren „kleinen Heimfluch“ abgelegt und in der Tabelle als Vierter sogar gute Chancen, am Ende der Runde auf dem zweiten Rang zu landen. Denn bis dorthin sind es nach der Ellscheider Niederlage gegen Schneifel nur noch zwei Pünktchen. An der Spitze zieht derweil die SG Irsch einsam ihre Kreise. Neun Punkte Vorsprung bei einem Spiel weniger dürften reichen, um kommende Saison in der Rheinlandliga zu spielen.

 In dieser Klasse spielte auch Boos schon für den TSV Emmelshausen. Von dort kam der Bruttig-Fankeler vor der Saison nach Zell – und schlug direkt ein. Und auch wenn sein Coach Özgür Akin ab und an das Laufverhalten, gerade defensiv, kritisiert, so tut Boos doch sehr oft das, was ein Stürmer tun muss: Er steht goldrichtig. Zum Beispiel nach 18 Minuten, als die Zeller über die linke Seite einen Angriff vortrugen. Der starke Jochen Köhler spielte auf Lorenz Budinger, der in der Mitte den freistehenden Boos bediente – 1:0. Nach 33 Minuten bekam Boos den Ball am linken Strafraumeck, sah das der Thommer Torwart Martin Leinenweber zu weit vor seinem Tor stand und scheffelte den Ball über ihn zum 2:0. Beim 3:1 in der 54. Minute war Boos wieder Endabnehmer einer Kombination, am Ende musste er nach Vorarbeit von Jochen Köhler nur noch den Fuß hinhalten. „Markus hat heute sehr gut gespielt, vor allem hat er sich gut und viel bewegt. Manchmal werfe ich ihm ja vor, dass er das bisschen zu wenig macht. Aber heute war das richtig gut und deshalb hat er sich die drei Tore verdient“, lobte Akin.Der war alles in allem mit dem Auftritt seiner Elf zufrieden, nachdem er zuletzt bei der Niederlage gegen Schneifel kritisiert hatte, dass alles zu behäbig war. „Das war besser. Wir haben schneller gespielt und waren überlegen. Wenn die Gegentore nicht fallen, geht es 5:0 aus. Solche Tore dürfen nicht passieren, die werfen einen dann immer etwas zurück“, sagte Akin. Beide Male klärte Zell nicht energisch genug auf der rechten Thommer Angriffseite, beim ersten Mal war das 1:2 durch Nico Thömmes die Folge (54.). Beim zweiten Treffer durch den eingewechselten Fabian Herres zwei Minuten vor Schluss gab es infolge der fehlenden Konsequenz einen Eckball. Aus dem Gewühl heraus fiel der Anschlusstreffer, großartig zittern mussten die Zeller aber nicht mehr. „Die Gegentore waren zwei Geschenke, da waren wir zu passiv. Das ärgert mich, weil es zu einfach war“, sagte Akin. Aber Zell hatte ja Boos, der nun 20 Tore auf dem Konto hat und damit mehr als ein Drittel der Zeller Treffer (55) erzielt hat. mb

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