Markus Boos rettet Zell mit Doppelpack das Remis

Zell. Mit der Auftaktpartie gegen die SG Rascheid ging auch für die SG Zell/Bullay/Alf die Winterpause in der Fußball-Bezirksliga West gestern auf dem Kunstrasen in Zell zu Ende. Und wie schon so oft zuvor, entschied sich beim 2:2 (0:1)-Unentschieden die Verteilung der Punkte erst, als der Berichterstatter seinen Bleistift schon fast zur Seite gelegt hatte.

Es lief die letzte Spielminute: Jürgen Iancu schlug einen langen Ball in Richtung Gästetor, Mannschaftskapitän Dini Hajdari legte die Kugel mit dem Kopf zurück und fand mit Markus Boos einen erfolgreichen Abnehmer, der das Zuspiel dankbar zum etwas glücklichen, aber dennoch nicht ganz unverdienten 2:2-Endstand einnickte (90.). Vorher hatten die Spieler von Trainer Özgür Akin doch einiges vermissen lassen.

Im Spiel tat sich nicht viel, die Gastgeber hatten zwar mehr Spielanteile, aber der richtige Zug zum Tor fehlte. Einzig Hajdari zeigte von Beginn an, dass er gewillt war, die drei Punkte an der Mosel zu halten. Kaum eine Aktion lief ohne seine Beteiligung ab. Dann wurden die Gäste allmählich wacher und kamen zur ersten Torchance. Der Schuss von Marvin Plunien ging aber über das Zeller Tor (29.). „So etwa nach einer halben Stunde haben wir gemerkt, dass wir das Fußballspielen durch die lange Pause und die eher dürftige Vorbereitung nicht ganz verlernt haben“, beschrieb Gästecoach Reiner Knippel den immer couragierter werdenden Auftritt seiner Elf.

Aber die nächste Torchance hatte Zell, und was für eine: Tim Köhler lief alleine auf Jonas Räsch im Rascheider Tor zu, machte daraus aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Viel zu harmlos scheiterte er an Räsch. In der Mitte hatte Boos völlig freistehend auf ein Zuspiel gewartet (33.). Anders die Gäste, die ihr gradliniges und schnörkelloses Spiel erfolgreich abschlossen. Zuerst parierte Zells Torwart Daniel Konrath noch den Schuss von Manuel Hoffmann glänzend, aber Martin Kolz war zur Stelle und schob den Abpraller zum 0:1-Pausenstand in die Maschen (42.).

In der Pause stellte Trainer Akin um und brachte mit Nils Kiesewetter für Tim Köhler und Iancu für Taifun Akin zwei neue Spieler, die mehr Druck nach vorne machen sollten. „Um Dini herum waren leider zu viele, die nicht so ganz bei der Sache waren. Und die drei ganz vorne haben nur auf Bälle gewartet“, lautet der Kommentar Akins zu den Auswechslungen. Außer etwas mehr Druck und einem etwas höheren Tempo änderte sich zunächst aber nicht viel. Dafür aber der Spielstand zu Gunsten von Rascheid. Daniel Lochen hämmerte lein Zuspiel von Sebastian Breit zum 2:0 ins Netz (65.).

War das der Wachrüttler für die Mosel-SG? „Ihr müsst richtig Gas geben“, rief Akin seinen Spielern zu. Und die ließen nicht lange auf sich warten. Nur eine Minute nach dem zweiten Gegentor gab Boos zwar nicht wirklich Gas, dafür schlenzte er den Ball aber überlegt und zielgenau von der Strafraumgrenze zum 1:2-Anschlusstreffer in den Winkel (66.). Glück hatte Zell, als ein Abwehrversuch des bedrängten Marcel Michalski mit dem Kopf nur die Oberkante des eigenen Torbalkens traf (84.).

Aber es kam ja noch die 90. Minute mit dem oben beschriebenen Ausgleichstreffer. „Mit dem einen Punkt kann ich gut leben. Wir haben zwar keine dummen Fehler gemacht, aber nach vorne fehlte der Mut, sich auch mal was zuzutrauen“, war Özgür Akin nicht sauer. „Rascheid war irgendwie spritziger und auch cleverer. Außer bei den Gegentoren“, fügte er noch leicht schmunzelnd hinzu. Sein Gegenüber Knippel haderte genau mit diesen Toren: „Ich kann nicht zufrieden sein. Wir müssen hier drei Punkte holen, Zell hatte doch kaum Torchancen.“ Durch das Unentschieden und den gleichzeitigen 3:2-Erfolg von St. Matthias Trier in Niederkail rutschte Zell einen Tabellenrang ab und liegt mit jetzt 28 Punkten auf dem siebten Platz.

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