Nächstes Debakel für die SG Zell

Zell. Das Fußball-Menü im Jahr 2014 ist für die SG Zell/Bullay/Alf in Bezirksliga West auf dem heimischen Kunstrasen gegessen. Wie ihr der letzte Happen am trüben und bitterkalten ersten Adventssonntag zum Hinrundenauftakt mit der klaren 4:6 (2:2)-Niederlage gegen die SG Wallenborn – nach dem 1:2 gegen Wittlich im übrigen die zweite Heimpleite in Folge gegen ein Kellerkind der Liga – gemundet hat, kommentierte Trainer Özgür Akin wie folgt: „Sie hat einen ganz, ganz bitteren Geschmack diese Niederlage. Wir sind in einem tiefen Loch und kommen irgendwie da nicht raus. Vor allem trifft das die jungen Spieler, die ich mal schonen müsste, dafür im Moment aber gar keine Alternativen habe. Nach den anstrengenden letzten Wochen sind wir ziemlich platt und freuen uns alle auf die Winterpause.“

So war das auch im Spiel zu sehen, dessen Geschichte trotz der vielen Tore schnell erzählt ist. Der Gast aus der Eifel mit einer der schwächsten Defensivabteilung angereiste Drittletzte attackierte gegen die bewegungsarmen Gastgeber von Beginn an früh und ließ einen Zeller Spielaufbau erst gar nicht zu. Nach vorne schlug man fast nur lange Bälle auf den nie wirklich zu bremsenden Sebastian Zimmer. So bahnte sich das erste Gästetor quasi an. Von weit hinten über rechts auf Reisen geschickt, scheiterte Zimmer zwar an Zells Keeper Daniel Konrath, aber Niclas Clausen traf als Abstauber zum 0:1 (11.).

Beispielhaft für die abhanden gekommene geistige Frische der Einheimischen war dann ein Eckball von Nils Kieswetter hinter den gegnerischen Kasten. Es machte sich Verzweiflung breit. Bereits in der 17. Minute hatte Akin zweimal gewechselt. Für Jochen Köhler war Martin Muders und für Lorenz Budinger Randy Paauwe gekommen. „Jochen war angeschlagen und Lorenz einfach müde, da musste ich reagieren“, so der Coach. Es dauerte zwar etwas, aber sie kamen doch – die kleinen Lichtblicke. Immer wenn schnell gespielt wurde, geriet Wallenborn in Verzug und es fielen Tore. Paauwes Flanke setzte Stefan Caspari mit dem Kopf zum 1:1 ins Netz (31.). Zwei Minuten später brandeten wahre Begeisterungstürme auf ZBA-Seite auf. Die Zuschauer hatten einen blitzsauberen Spielzug, den schönsten des Tages, gesehen. Kiesewetter auf Kapitän Dini Hajdari, der zu Caspari, dessen Hereingabe Markus Boos zum 2:1 einnetzte (33.).

Die Hoffnung auf drei Punkte war da, verflog aber schnell wieder. Nach einem kapitalen Fehlpass von Marcel Michalski stand Zimmer frei vor Konrath und es kam zum 2:2-Pausenstand (39.). Beim 2:3 nutzte Kasper Wlodarek eine Schläfrigkeit der Heimabwehr sträflich aus (49.). Als Kiesewetter dann nach schönem Zuspiel von Michalski das 3:3 machte (60.), war sie wieder da, die Zeller Hoffnung. Aber nicht lange. Clausen schlug einen Freistoß scharf aufs lange Eck, und Thomas Zens musst nur zum 3:4 einnicken (65.). Selbes Spiel, selbes Ergebnis kurz darauf: Clausen gab herein, Konrath parierte glänzend, aber Wlodarek war mit dem Kopf zum 3:5 da (68). Danach hatte die Akin-Elf noch zweimal Glück. Zuerst verpasste Zimmer knapp (73.), dann landete sein Kopfball nur am Pfosten (83.). Als Hajdari dann aus Gewühl heraus der Anschlusstreffer zum 4:5 gelang (86.), warf Zell alles nach vorne. Aber ohne Erfolg, den jedoch hatte erneut die Eifel-SG. Zunächst klärte Konrath noch gegen Zimmer (89.), dann schnappte sich Clausen den Ball an der Mittellinie, ließ Jürgen Iancu im Laufduell und auch Konrath beim Treffer zum 4:6-Endstand keine Chance (90.+2).

Nach der Niederlage liegt Zell mit 27 Punkten weiter auf Tabellenrang vier, wobei der Abstand nach ganz oben größer geworden, auf den Fünften DJK St. Matthias Trier nach dessen 2:1-Sieg in Ellscheid aber einen Zähler geschrumpft ist.

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