Ohne eine einzige Torchance: SG Zell unterliegt Stadtkyll

Zell. Im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga West wollten die Fußballer der SG Zell/Bullay/Alf im Heimspiel gegen den Tabellendritten SG Schneifel Stadtkyll „einen raushauen“ und die drei Punkte an der Mosel behalten. Trotz einer teilweise akzeptablen Leistung ist das der Elf von Trainer Özgür Akin aber nicht gelungen. Mit 0:3 (0:0) ging die Partie nicht unverdient an die Gäste aus Stadtkyll und für die Mosel-SG wird der Kampf um den Klassenerhalt immer dramatischer.


Am Ende überrannte die SG Schneifel Stadtkyll (in Schwarz) die SG Zell/Bullay/Alf und schoss alle ihre Tore beim 3:0-Sieg in der Schlussphase. Für Zell (von links mit Benny Wiersch, Bezirksliga-Debütant Michael Stülb und Lorenz Budinger) wird die Lage im Abstiegskampf immer ernster. Foto: Alfons Benz
Alfons Benz
Mit nur einem Punkt aus den drei Spielen nach der Winterpause, davon zwei Partien zu Hause, taumelt man wie ein angeschlagener Boxer, dem der letzte Punch abhanden gekommen ist, immer mehr in Richtung Tabellenkeller. Zwar liegt man mit 18 Zählern weiter auf Tabellenrang zwölf, und es sind immer noch zwei Zähler bis zur Abstiegszone. Das ist aber nur so, weil das Tableau aufgrund einiger Spielausfälle am Wochenende noch ungerade ist. Entsprechend enttäuscht äußerte Akin sich nach dem Abpfiff: „Wir haben doch nicht wie ein Absteiger gespielt. In der vergangenen Saison hätten wir so ein Spiel auch mal gewonnen. Uns fehlt der letzte Mumm. Beim ersten Gegentor schaut Nils Kiesewetter nur zu und vorne gehen wir einfach nicht richtig zur Sache, sind viel zu harmlos und ängstlich. Da muss man sich auch mal richtig reinwerfen und nur den Ball im Auge haben.“

In der Tat sah man über weite Teile einen guten Auftritt der Zeller mit den größeren Spielanteilen. Allerdings stand der Gegner hinten sicher und ließ nichts anbrennen. Und das war auch das gravierende und letztendlich spielentscheidende Manko bei der Mosel-SG. Auch noch so schön vorgetragene Angriffe blieben erfolglos, weil in der Spitze die Durchschlagskraft fehlte. So wurde Gästetorwart Stephan Simon nicht einmal wirklich auf die Probe gestellt.

Gästetrainer Jörg Stölben hatte seinem Team die entsprechende Taktik aufgegeben: „Wir kennen die sehr spielstarken und wendigen Zeller Spieler, wissen aber auch, dass wir gut verteidigen können. Wir haben deshalb auf unsere Chancen gewartet und als die kamen, haben wir die entscheidenden Nadelstiche zum Sieg gesetzt.“ So einfach kann Fußball sein. Zell fand vorne kein Mittel zum Durchkommen und Schneifel beschwor schon in der ersten Hälfte Torgefahr herauf.

Zuerst lenkte Heimkeeper Dominic Materna einen Kopfball von Thomas Zapp noch soeben über die Latte (18.), dann glänzte er bei einem Ball von Jonas Weberskirch (30.) und musste schließlich bei einem Schuss von Artur Heck sein ganzes Können aufbieten. So war der Pausenstand von 0:0 für Zell eher glücklich, obwohl man das Spiel zumindest bis zur gegnerischen Strafraumgrenze bestimmt hatte.

Nach dem Wiederanpfiff war das Spieltempo weiter hoch, aber der Gesamteindruck einer angriffsschwachen Heimelf und einem auf Chancen lauernden Gegner blieb gleich. Und die Tormöglichkeiten für Schneifel kamen. Zunächst konnte Jochen Köhler noch gegen den heranstürmenden Marco Backes in letzter Sekunde klären (70.), dann war es aber soweit: Stephen Kinnen bediente Thomas Zapp, der mit einer sehenswerten Direktabnahme von der Strafraumgrenze weg das 0:1 markierte (71.). Materna war wie auch an den weiteren Toren machtlos. Kurz darauf brachte Backes mit dem 0:2 den Sieg der Eifel-SG eiskalt und durchdacht in trockene Tücher (75.). Kurz vor dem Spielende schraubte er dann mit seinem zweiten Tor das Endergebnis auf 0:3 (90.).

Hängende Köpfe und fragende Blicke waren das, was man auf Seiten der Akin-Elf sah. Im Fußball zählen halt einmal die Tore und sind für die Vergabe der Punkte entscheidend. Sollte der Angriff aber weiter einem lauen Lüftchen ähneln, wird es bis zum Saisonende für Zell bei noch elf ausstehenden Spielen noch eine lange Zitterpartie um den Verbleib in der Bezirksliga West