»Wasserkocher« als Motivation

Der FSV Salmrohr hat einen souveränen Auftritt im Rheinlandpokal hingelegt und ist mit einem 6:0 gegen Bezirksligist SG Zell ins Viertelfinale eingezogen. Das Spiel am Mittwochabend schrieb die Geschichte von einem neuen Mittelstürmer, der seine Pechsträhne hinter sich ließ, von einem jungen Talent und einer besondern Motivation der Salmrohrer.

Zell/Salmrohr/Mainz. Matondo Makiadi ist der Mittelstürmer des FSV Salmrohr. Seit Paul Linz die Mannschaft übernommen hat, spielt der 26-Jährige Deutsch-Kongolese als Spitze in der Oberligamannschaft. Linz setzt vor allem auf die Schnelligkeit von Makiadi – wenn er antritt, lässt er seine Gegner nahezu immer alt aussehen. Nur mit dem Toreschießen hat es bislang nicht so geklappt. Bis zum Mittwochabend. Im Rheinlandpokal-Achtelfinalspiel des FSV Salmrohr bei der SG Zell-Bullay/Alf traf „Sammy“ Makiadi gleich dreimal, steuerte die Hälfte der Salmrohrer Treffer des 6:0-Auswärtssiegs bei.

„Mich hat es gefreut für den Sammy“, sagte Paul Linz. „Er ist sehr engagiert, verliert im letzten Moment oft noch die Nerven. Deswegen haben ihm die Tore jetzt sicher ganz gut getan. Die wenigsten haben wohl gedacht, dass Sammy mal Mittelstürmer spielen kann. Als ich kam war er verunsichert, aber das wird jetzt“, sagte Linz zuversichtlich.

Bei der Dominanzshow des Oberligisten am Mittwoch hatte der Gastgeber aus Zell nur wenig zu melden. Zwar verzeichnete die SG die erste Chance des Spiels nach acht Minuten, aber Stefan Casparis harter Schuss flog knapp übers Lattenkreuz. Es sollte die einzige echte Großchance für Zell bleiben. „Wenn der reingeht, geht das Spiel vielleicht ganz anders aus“, sagte Paul Linz, dessen Mannschaft auch dank Zell hoch motiviert ins Spiel gegangen war.

Vor dem Spiel hatte Zells Teammanager im Trierischen Volksfreund zuversichtlich gesagt, Salmrohr koche auch nur mit Wasser. Die mitgereisten FSV-Fans machten sich nach der Vorstellung einen Spaß daraus, zur Melodie von „Es gibt nur einen Rudi Völler“ „Wir kochen auch nur mit Wasser“ zu singen, und auch Paul Linz gestand, dass die Aussage in der Zeitung das Team angestachelt habe.

Zell selbst habe versucht, sich nicht hinten reinzustellen, beschrieb SG-Coach Özgür Akin nach dem Spiel. „Natürlich ist man nach ener 0:6-Niederlage erst mal enttäuscht. Aber was die Mannschaft bisher geleistet hat in der Bezirksliga ist schon Klasse. Da kann man nach einem Spiel gegen einen Oberligisten nicht auf die Mannschaft eintreten.“ Özgür Akin sei enttäuscht gewesen „vor allem deswegen, weil das Tor einfach zu früh gefallen ist“ und spricht damit die Salmrohrer Führung in der 13. Minute durch den Salmrohrer Youngster Ricardo Couto Pinto an, mit der der Torreigen begann. Das 18-Jährige Luxemburger Talent lieferte insgesamt ein starkes Spiel, bereitete das 2:0 (14.) direkt vor und sorgte mit starkem Durchsetzungsvermögen auch dafür, dass das 4:0 (22.) fallen konnte. Couto Pinto spielte auf dem linken Flügel an der Stelle, an der bisher der angeschlagene Tim Hartmann auflief. „Ricardo hat sehr gut gespielt und dann auch ein Tor geschossen“, sagte Linz. „Und einen Spieler, der ein Tor geschossen hat, nehm‘ ich sehr ungern raus, muss ich sagen. Wenn ich mir vorstelle, mich hätte ein Trainer früher ausgewechselt, wenn ich ein Tor geschossen hätte, das hätte schönen Palaver gegeben“, sagte Linz unter Gelächter. „Aber: Der ist 18 Jahre, der Junge. Nicht, dass schon wieder alle hier rumträumen. Er wird auch wieder seine Pause bekommen. Ich bin einer, der bei jungen Spielern ganz vorsichtig ist.“ Linz habe es schon oft erlebt, dass junge Spieler verheizt wurden, weil sie immer spielen mussten.

Während sich die SG Zell mit ihrer jungen Mannschaft nun auf die Liga konzentrieren kann, will nun auch Salmrohrs Trainer den Pokal jetzt auch als Ziel ausgeben. „Wir wollen die beiden Spiele jetzt noch gewinnen. Und dann gucken wir in der Winterpause, wie es aussieht. Dann nehmen wir das auch mit in die Vorbereitung, das Ziel, den Rheinlandpokal zu gewinnen. Es ist ja auch wichtig, dass die Mannschaft ein Ziel hat. Es bringt ja nichts, wenn du eine Vorbereitung spielst und kein richtiges Ziel hast.“

In der beiden restlichen Spielen des Jahres muss der FSV Salmrohr nun am Sonntag zur Ligapartie nach Mainz zum Tabellenfünften, dem SV Gonsenheim (Anstoß: 15 Uhr). Am Samstag darauf folgt dann das letzte Heimspiel in Salmrohr gegen den Vorletzten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, der U23 des 1. FC Saarbrücken.

Linz: „Wie Sepp Herberger schon gesagt hat: Das nächste Spiel wird immer das schwerste.“