Trotz Wiersch-Doppelpack: Zell unterliegt auch Zeltingen-Rachtig

Bullay. Mit seinen beiden Toren in der Begegnung der SG Zell/Bullay/Alf in der Fußball-Bezirksliga Mitte gegen den bis dahin noch punktlosen SV Zeltingen-Rachtig hätte es am Freitagabend in Bullay der Tag von Neuzugang Benny Wiersch werden können – wurde es aber nicht. Zell kassierte eine 2:3 (1:1)-Niederlage und mit nur einem Zähler aus drei Spielen legte die SG einen klassischen Fehlstart hin. Der starke Vierte der Vorsaison findet sich nun im Tabellenkeller wieder.

Und irgendwie schlich sich bei den reichlich gekommenen Zuschauer schnell das Gefühl ein, es könnte schwer werden, die drei Punkte in Bullay zu behalten. Die Heimelf war zwar bestrebt, das Spiel zu machen, aber irgendwie lief das ohne Plan, Genauigkeit und die nötige Bewegung ab. Anders die Zeltinger, deren wieselflinke Stürmer immer wieder für Gefahr in der Zeller Abwehr um Torwart Dominic Materna sorgten, der außer einigen kleinen Fehlern über das ganze Spiel hinweg gesehen bei der Mosel-SG noch den besten Eindruck hinterließ.

So zeichnete sich Materna bei einem Schuss des ehemaligen Reilers Peter Schädler aus (18.), er wäre aber machtlos gewesen, als ein Ball von Jonathan Kuhn haarscharf an seinem Kasten vorbeipfiff (23.). SG-Trainer Özgür Akin zeigte seinen Unmut über den Auftritt seiner Elf lautstark am Spielfeldrand, und es schien zu fruchten. Wiersch setzte gekonnt Nils Kiesewetter ein, doch Fabian Köhler verpasste dessen Hereingabe knapp (29.).

Zwei Minuten später jubelten dann doch die Einheimischen. Markus Boos brachte nach toller Balleroberung fast von der Torauslinie die Kugel geschickt nach innen und Wiersch köpfte aus kürzester Entfernung zur 1:0-Führung ein (31.). Fast im Gegenzug war die Zeller Herrlichkeit aber schon wieder zu Ende. Rechts sträflich alleingelassen zog der starke Florian Blesius ab, Materna konnte nur abklatschen und der Kopfball von Nicolas Imhof landete vom Innenpfosten zum 1:1-Ausgleich im Zeller Netz (33.).

Weitere Torszenen folgten. Zuerst war Materna bei einem Freistoßknaller von Schädler hellwach (40.), dann vertändelte Wiersch im Alleingang frei stehend einen Ball vor dem leeren Gästetor (42.), und dann scheiterte Jochen Köhler mit einem Hammer an Gästetorwart Björn Griebler (45.). Zur Pause stand es deshalb folglich weiter 1:1.

Und die zweite Hälfte begann gut für die Gastgeber. Kiesewetter tankte sich über rechts durch und passte zum mittig gut postierten Lorenz Budinger. Dessen Schuss parierte Griebler noch, beim Abstauber-Kopfball von Wiersch zur 2:1-Führung war er aber ohne Chance (49.). Aber Zell setzte nicht nach, vielmehr war man hinten wieder offen wie ein Scheunentor. Blesius nahm einen Stellungsfehler von Jochen Köhler dankend an, passte genial auf Alex Kappes, der das Spielgerät zum 2:2 in die Maschen drosch (53.).

Wieder war es Materna, der seine Elf weiter im Spiel hielt, als er einen Schuss von Schädler glänzend abwehrte (62.). Dann jedoch war auch er nicht richtig bei der Sache. Beim unkontrollierten Herauslaufen rasselte er mit Dominik Binz zusammen, Schädler nutzte die Gunst der Stunde und markierte seelenruhig den 2:3-Endstand (66.).

Zell versuchte jetzt zwar alles, zu wirklichen Chancen kam man aber nicht, musste sich eher nochmals bei seinem Torwart bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Bei einer Rettungstat gegen Schädler verdiente Materna sich die Bestnote (78.). Trainer Akin war nach dem Abpfiff stinksauer und sagte: „Wir wollten vor unseren Zuschauern mit einem offensiven Spiel gefallen, das ist uns aber gänzlich misslungen. Jetzt müssen wir in den nächsten Spielen wieder hinten tief stehen und es so versuchen. Aber egal, wir verteidigen zu schlecht und das zieht sich durch die ganze Mannschaft. Die schaut doch von vorne bis hinten einfach zu, wie der Gegner angreift.“ Sein Kollege Werner Feyen war natürlich mit dem ersten und verdienten Saisonsieg mehr als zufrieden. „Wir haben endlich das geschafft, was bisher gefehlt hat. Über 90 Minuten haben wir konzentriert, engagiert und mit Lust am Fußball durchgespielt. Das war der Schlüssel zum Erfolg.“

 

Quelle: Rhein-Zeitung