Vorschau 16. Spieltag

Zells Coach als Pädagoge gefragt

Zell. Drei der vier Heimspiele in Serie hat die SG Zell/Bullay/Alf inzwischen mit unterschiedlichen Ergebnissen absolviert. In der Meisterschaft der Fußball-Bezirksliga West folgte auf das mitreißende 3:3 gegen die SG Ellscheid die unnötige 1:2-Niederlage gegen die SG Wittlich/Lüxem, ehe es am Mittwoch im Rheinlandpokal eine deftige 0:6-Schlappe gegen den Oberligisten FSV Salmrohr setzte. Am morgigen Sonntag (14.30 Uhr) ist nun zum Auftakt der Rückrunde mit dem Aufsteiger SG Wallenborn der Drittletzte zu Gast auf dem Zeller Kunstrasen.

Das Hinspiel gewann Zell übrigens mit 3:2. Dass das erneute Aufeinandertreffen für den Tabellenvierten aber keine leichte Aufgabe wird, weiß Trainer Özgür Akin zu Gut. Und dafür gibt es mehrere Gründe. Immerhin gewann Wallenborn zuletzt mit 3:0 beim Tabellenletzten SV Mehring II und mit Nicolas Clausen hat der Aufsteiger einen Angreifer in seinen Reihen, der schon zwölfmal traf. Mehr noch macht sich Akin aber Gedanken über seine eigenen Spieler. „Die beiden letzten Niederlagen, vor allem die klare gegen den FSV, haben schon kräftig an unseren Nerven gezehrt. Und nach dem Pokalspiel ist irgendwie auch die Luft raus und wir sind ganz schön platt“, beschreibt der Trainer die derzeitige Gemütslage seiner Elf. Damit Elan und Motivation gegen Wallenborn aber wieder zurückkehren, hat er das Training zuletzt reduziert und dafür in vielen Gesprächen mit seinen Kickern psychische Aufbauarbeit geleistet. „Aus diesem Loch müssen wir wieder raus. Deshalb müssen aus den beiden Spielen vor der Winterpause sechs Punkte her. Was gleichzeitig eine Bestätigung unserer tollen Hinrunde wäre.“

Zusammen mit den erfahrenen Akteuren im Spielerrat hat er die Situation genau analysiert und insbesondere mit den jüngeren Einzelgespräche geführt. „Dass Fußball auch eine Kopfsache ist, weiß man ja inzwischen. Einige grübeln einfach zu viel, weil mal etwas misslungen ist. Wenn jedoch der Kopf nicht frei ist, passieren Aussetzer, die in der Bezirksliga sofort bestraft werden.“ Viel Arbeit und pädagogisches Gespür waren also beim Coach gefragt. Für den Lehrer vielleicht eine Situation, die ihm nicht fremd ist. Eher fremd ist ihm da schon, dass man auch außerhalb der Spieltage öfter wieder auf den Fußball rund um Zell angesprochen wird. „Die junge Mannschaft ist nach den teils beeindruckenden Auftritten inzwischen auch im weiteren Umfeld an der Mittelmosel wieder angenommen“, freut sich Akin über diese Tatsache. Und damit das so bleibt, soll am Sonntag im vierten Heimspiel in Folge endlich der erste Sieg her.

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