Zell feiert nach starkem Unentschieden kräftig weiter

Zell. In der laufenden Saison in der Fußball-Bezirksliga West trug die SG Zell/Bullay/Alf bisher ihre beiden Heimspiele auf dem engen Bullayer Fußballrasen aus, holte aus daraus nur einen mickrigen Punkte. Zusammen mit den zwei Auswärtsniederlagen stand der starke Vierte der Vorsaison deshalb urplötzlich ganz unten im Tabellenkeller. Weil am Freitag nun im Festzelt auf dem Sportplatz in Bullay das Herbstfest eröffnet wurde, spielte man gegen den mit einer makellosen Bilanz von zwölf Zählern aus vier Spielen angereisten Tabellenführer FC Bitburg auf dem Zeller Kunstrasen und kam zu einem sehenswerten 1:1 (0:1)-Unentschieden.

 

Es war eine tempogeladene und bis zum Abpfiff spannende Partie, bei der dem neutralen Zuschauer nie und nimmer in den Sinn gekommen wäre, dass hier das Schlusslicht gegen den aktuellen Ligaprimus kämpft. Heimtrainer Özgür hatte sein Team gegenüber den Heimauftritten zuvor umgestellt. Matthias Kodra spielte rechts und Jürgen Iancu innen in der Viererkette, und der polnische Ex-Profi Marcin Staniek bildete zusammen mit Mannschaftskapitän Dini Hajdari die „Doppel-Sechs“. Top-Torjäger Markus Boos saß auf der Bank, in der Spitze vorne spielte Neuzugang Benny Wiersch.

So gehörte die erste Viertelstunde klar Zell, das stark aufspielte und aggressiver wirkte. Einzig das Spiel in die Spitze war noch verbesserungsbedürftig. Die für Bitburg erste brenzlige Situation erwuchs aber einem Standard. Gästetorwart Jens Freis konnte einen von Jochen Köhler hart geschlagenen Freistoß nicht festhalten, Zells Angreifer waren aber nicht zur Stelle (28.). Auf der anderen Seite traf Pascal Alff aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten, hier hätte er den Ball besser seinen Stürmern in der Mitte aufgelegt (30.). Auf der anderen Seite folgte der Auftritt des stark spielenden Lorenz Budingers. Geschickt setzte er sich im Bitburger Strafraum durch, passte nach innen auf den freistehenden Benny Wiersch, aber anstatt die Kugel in den Kasten zu schieben, rutschte der Angreifer aus. Das hätte die Führung für Zell sein müssen (38.). Richtig machten es dann die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Nach einem Zeller Ballverlust im Mittelfeld wurde Alff von Kevin Arbeck auf Reisen geschickt, der schließlich mit Simon Floß einen dankbaren Abnehmer zum 0:1-Halbzeitstand fand (45.+2).

Zur Pause kam Boos dann für Wiersch und das sollte sich bald auszahlen. Nils Kiesewetter behielt gegen eine Bitburger Übermacht die Oberhand, bediente Boos, der zum 1:1-Endstand einhämmerte (55.). Zell spielte weiter hohes Tempo und kam auch zu Torchancen. Taifun Akin agierte aber viel zu zögerlich (57.), und Boos verfehlte einen Ball von Jochen Köhler nur knapp (72.). Glück hatte Bitburg dann, als Keeper Freis einen Ball verlor, Boos blitzschnell schaltete, die Kugel aber am Innenpfosten landete (73.). Im Vorwärtsgang sah man in dieser Spielphase fast nur noch die Gastgeber. Daran, dass es letztendlich bei der Punkteteilung blieb, hatte auch noch SG-Torwart Dominik Materna seinen Anteil. Zuerst entschärfte er einen Freistoß von Floß (69.), dann reagierte er glänzend bei einem Weitschuss von Andreas Neuerburg (78.). Gut tat dem Spiel übrigens auch, dass Schiedsrichter Alexander Mroß aus Wolken nahe Koblenz, die schnelle Partie laufen ließ und den Spielfluss nicht durch Ahndung von Kleinigkeiten unterbrach.

Gästetrainer Fabian Ewerz war mit dem Punkt zufrieden und hatte zum Gegner eine klare Meinung: „Zell galt vor der Saison schon als einer der Aufstiegsfavoriten und nur, weil sie jetzt einige Spiele eine Ergebniskrise hatten und auch nicht ganz toll gespielt haben, durfte man sie doch nicht abhaken. Heute habe ich hier eine ganz gute Mannschaft gesehen, die nicht unten drin bleiben wird.“ Bei seinem Team hatte er nach drei Spielen in sechs Tagen einen leichten Kräfteschwund bemerkt, den er aber so akzeptierte. Sein Kollege Akin hatte gegen einen spielstarken Gegner eine gute eigene Elf gesehen und zeigte sich auch zufrieden. „Mit einem Quäntchen mehr Glück hätten wir den Tabellenführer heute geschlagen. Aber wenn du unten stehst, gehen die Dinger nicht rein, so ist das halt. Natürlich kommt dem Spiel meiner Mannschaft der große Platz hier in Zell entgegen. Man hat doch gesehen, wie einige Kombinationen abliefen. Das hatten wir in Bullay so nicht gehabt.“ Dennoch führte es seine Spieler an diesem Abend wieder auf den Bullayer Platz, aber nicht auf den Rasen, sondern direkt ins Festzelt. „Ich glaube, den einen Punkt werden wir kräftig abfeiern. Die Spieler haben sich das verdient“, so Akin abschließend.