Zell findet keinen Weg durch die Mehringer Defensive

Mehring. Drei Punkte waren das Ziel, einer ist es geworden für die SG Zell/Bullay/Alf in der Bezirksliga West beim Schlusslicht SV Mehring II. 0:0 hieß es nach 90 Minuten, in denen die Gäste nicht immer ansehnlichen Fußball boten, vor allem in der zweiten Hälfte nicht. Der praktische abgestiegene Tabellenletzte Mehring verlegte sich hauptsächlich aufs Verteidigen und zog dem Vierten Zell damit den Zahn, weil die SG nicht zielstrebig genug spielte.

Zells Trainer Özgür Akin wollte seiner Mannschaft aber den Willen nicht absprechen, zumindest nicht im Gesamten: „Man hat gemerkt, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Aber dieses Mal hat uns ganz vorne die letzte Konsequenz gefehlt.“ Torjäger Markus Boos zum Beispiel hatte in den ersten 20 Minuten zwei, drei Mal die Gelegenheit, einen Angriff abzuschließen, aber so richtig Druck brachten er und seine Kollegen nicht hinter den Ball, wenn es um den Abschluss ging. „Es wurden meistens Schüsschen oder Roller oder ein Fuß war noch dazwischen. Vielleicht hätten wir hier und da einfach auch noch mal querlegen sollen statt es allein zu versuchen“, monierte Akin. Mehring stand defensiv passabel mit seinen Oldies Ralf Weibler (48 Jahre) im Tor und Volker Weich (42), die die Defensive zusammenhielten. der Sportliche Leiter Weich ist seit kurzem auch für die Rheinlandliga-Reserve zuständig, die Planungen laufen zwar schon für die A-Klasse, ordentlich verabschieden will sich der SV aber. Das bekam auch Zell zu spüren, vor allem im zweiten Abschnitt, als Mehring etwas mutiger wurde und nach dem einen oder anderen langen Ball Gefahr heraufbeschwor. Das lag auch daran, dass Akin defensiv umstellen musste, als Tobias Lauterborn nach knapp einer Stunde wegen einer Knöchelverletzung rausmusste. „Wir waren in der zweiten Hälfte generell etwas durcheinander und teilweise chaotisch, weil wir die Geduld bisschen verloren haben“, sagte Zells Coach. Ein Tor erzielten die Gäste zwar, allerdings erkannte Schiedsrichterin Nicole Justen den Treffer nicht an. Nach einer Freistoßflanke von Dini Hajdari entschied sie auf Abseits, Akin hatte es anders gesehen. Dafür reklamierte Mehring ein Tor für sich nach einer Ecke. Auch hier entschied Justen anders – und zwar auf Foul an Zells Torwart Daniel Konrath. „Das war auch ein Foul, Daniel ist geschubst worden“, sagte Akin. Klare Chancen hatte beide Teams keine im zweiten Abschnitt, die logische Folge war das torlose Remis. Akin nahm es gelassen: „Vor der Winterpause hätten wir so ein Spiel noch verloren.“

Zell: Konrath – Muders (46. F. Köhler), Michalski, Lauterborn (59. Iancu), J. Köhler, Hajdari, Binz, Hoffmann, Budinger (68. T. Köhler), Kiesewetter, Boos.

Nächste Aufgabe für Zell: am Samstag (17.30 Uhr) gegen Irsch/Schoden/Ockfen.

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