Zell: Sonne lacht und Spieler strahlen

Zell. Herrlicher Sonnenschein herrschte gestern Nachmittag an der Mosel, und bei den Fußballern der SG Zell/Bullay/Alf sah man nach der Partie in der Bezirksliga West gegen die SG Ruwertal im Moselstadion nur strahlende Gesichter. Das lag sicherlich aber nur wenig an dem optimalen Fußballwetter, sondern eher an dem verdienten 4:1 (3:0)-Sieg, der Labsal für die Zeller Seele war.

Der Erfolg war ganz wichtig für das aktuelle Ziel, die Saison hinter dem sicheren Tabellenführer aus Irsch (57 Punkte) als Vizemeister abzuschließen. Vor dem Anpfiff lagen die Gäste (45 Punkte) als Tabellenzweiter noch vier Punkte vor dem Dritten Zell, jetzt ist es nur noch ein Zähler. Allerdings hat auch die SG Ellscheid (43 Punkte), Zells nächster Gegner, auf Tabellenrang vier den zweiten Rang noch fest im Blick. Obwohl es gestern für beide Mannschaften außer dem Minimalziel Vizemeister um nichts mehr ging, war es eine emotionsgeladene Partie und nichts für Weicheier. Viele Zweikämpfe, viele Schreie, viele Spieler am Boden, Trikotgezupfe und jede Menge gelbe Karten (drei für Zell, sechs für Ruwertal) zogen sich wie ein roter Faden durch die 90 Minuten. Aber die Heimelf war das cleverere Team. Die Abwehr um die starken Innenverteidiger Dominik Binz und Tobias Lauterborn stand sicher und taktisch diszipliniert und räumte vor einem souveränen Torwart Dominic Materna, der für Stammtorwart Daniel Konrath ran durfte, alles ab. Im Mittelfeld bestimmte der überragende Dini Hajdari das Geschehen – und die Stürmer trafen. Fabian Köhler, er durfte Mittelstürmer spielen, setzte über links Torjäger Markus Boos in Szene, der die Aktion mit dem Treffer zur 1:0-Führung abschloss (12.). Es war bereits sein 22. Saisontor. Das 2:0 markierte Lorenz Budinger, der nach einem Eckball von Jochen Köhler am langen Pfosten sträflich frei zum Schuss kam (22.). Und auch der dritte Schuss auf das Gästetor landete im Netz. Von Nils Kiesewetter schön freigespielt, schloss Moritz Hoffmann den Konter erfolgreich zum 3:0-Pausenstand ab (36.). Zur Halbzeit hätte die Mosel-SG durchaus noch höher führen können, obwohl das etwas zu viel des Guten gewesen wäre. Zuerst schlug Simon Krugmann einen Ball von Fabian Köhler von der Linie (38.), dann scheiterte Boos freistehend an dem glänzend reagierenden Torwart Carsten Bach (43.). Auf Gästeseite war nicht eine wirkliche Torchance zu verzeichnen.

Nach dem Pausentee kam dann etwas mehr Ruhe auf den Platz und Ruwertal hatte deutlich mehr Ballbesitz, ohne zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Auf einheimischer Seite schlug das Zuschauerherz dann wieder höher, als Kiesewetter mit einem seiner unnachahmlichen Soli in den Gästestrafraum eindrang, sein Ball aber über den Kasten flog (62.). Krugmann war es dann, der mit einem satten Volleyschuss genau in den Winkel die Gäste über das Tor zum 3:1 jubeln ließ (79.). Aber war es war einfach zu wenig, was die Ruwertaler an diesem Tag in Richtung Heimtor fabrizierten. Einzig ein Schuss von Christoph Morbach kam dabei heraus, der aber eine sichere Beute für Materna wurde (89.). Wie man es richtig macht, zeigte dann zum Abschluss wieder der Gastgeber. Boos legte die Kugel gekonnt Likhwa Lehmen auf, der das Geschenk dankend annahm und überlegt zum 4:1-Endstand einlochte (90.+1).

Gästetrainer Jan Stoffels erkannte den Zeller Sieg neidlos an, auch wenn er etwas zu hoch ausgefallen war, wie er meinte. „Wir haben uns zu dumm angestellt, sind in klassische Konter geraten und bei den Toren kamen noch individuelle Fehler hinzu.“ Sein Kollege Özgür Akin war mit dem Auftritt seiner Elf mehr als zufrieden. „Hinten haben wir sehr stabil gestanden und das Umschaltspiel nach vorne war vor allem in der ersten Hälfte einfach exzellent. Und vorne haben wir Superstürmer und sind immer brandgefährlich.“

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